City Tour Moshi

 
Hindu-Tempel
 


Moshi mit seinen ca. 160.000 Einwohnern hat einige interessante Punkte, die man ohne Begleitung nicht unbedingt besuchen würde.

Wir gehen mit Ihnen in den indischen Hindu-Tempel, in die alte deutsche Bahnstation mit einigen Gerätschaften aus den Anfängen der Eisenbahn, in die islamische Moschee und als Kontrast zu all den historischen Plätzen in den Auktionsraum des Kahawa-Hauses,in dem computergestützte Auktionen stattfinden. Der gesamte Kaffee-Export Tansanias wird hier in Moshi abgewickelt.
Wir begleiten Sie auch zu den drei wichtigsten Märkten, zum besten Cafe und zum historischen Friedhof. Unsere City Guides freuen sich Ihnen Moshi näher zu bringen.

Rolf L. Bonnert hat seine Eindrücke aus Moshi und Marangu hier abgelegt http://picasaweb.google.com/Tanzaniatour

 


Marangu Tages-Tour  

 
Chagga Kanal
 
 
 


Chagga Kanäle

Seit hunderten Jahren leiten die Chagga mit einem Bewässerungssystem Wasser vom Kilimanjaro auf ihre Felder. Das Gefälle der oft nur 30-40 cm schmalen, einfach in die Erde gegrabenen oder in den Fels gehauenen Kanäle ist sehr gering. So entstand zu Zeiten Vasco da Gamas im 15. Jahrhundert die Legende von einem Weltwunder, dem bergauf fließendem Wasser am Kilimanjaro. Gleichzeitig mit den Kanälen entwickelte sich ein Gewohnheitsrecht, das die Zeiten der Wasserentnahme regelt und das bis heute fortbesteht. Farmer, die Wasser entnehmen wollen, müssen sich auch an der Instandhaltung der Kanäle beteiligen. Wir führen Sie durch die einzigartige Kulturlandschaft an den Hängen des Kilimanjaros. Sie haben die Chance zu erfahren, wie man diese kilometerlangen Kanäle ohne Messinstrumente anlegt. Sie werden auch sehen, was passiert, wenn die Gletscher des Kilimanjaro kleiner werden und kein Wasser mehr fließt.


   

Stufenförmiger Anbau auf den Farmen der Chagga

 
Chagga-Hütte
Chagga-Hütte
 
 
 


Eine weitere Kulturleistung der Chagga ist der stufenförmige Anbau von Nutzpflanzen unter alten, hohen Urwaldbäumen in den Kihambas. Im Schatten der Riesen wachsen Bananenbäume, die bis zu vier Meter hoch werden. Im Schatten der Bananenbäume wachsen Kaffeesträucher, Mais, Chili und andere kleinwüchsige Pflanzen, alles durcheinander und das Grab des 100-jährigen Großvaters findet dazwischen auch noch Platz. Diese Form des Anbaus ist beispielhaft für eine effiziente Nutzung der Ressource Wasser, auch ohne zusätzliche Bewässerung. Das Blattwerk in den höheren Stufen verringert die Verdunstung der darunter liegenden Pflanzen und hält die Feuchtigkeit der Nebel des Berges zurück.

Wir besuchen eine Farm und erfahren dort, wie Bananenbier schmeckt, wie man Bananen erntet (wer es errät bekommt eine Kalebasse Bananenfreibier) und warum Kühe, die Bananenbäume fressen und in einem kleinen Holzverschlag neben dem Wohnhaus auf Bananenblättern stehen, nicht stinken. Wer möchte kann mit den lokalen Geräten Hand an die afrikanische Erde legen und eine Bananenstaude auf dem Kopf balancieren.
 

   

<nach oben>
 
Old Moshi
 
Zur Geschichte des Ortes Old Moshi

Bei der Tour besichtigen wir auch ein originales Chagga Haus und einen Wasserfall am Dorf. Neu aufgenommen haben wir eine historische Eisenschmiede und unterirdische Gänge, die von den Chagga bei kriegerischen Auseinandersetzungen aufgesucht wurden. Alles in allem ein Tag mit viel Bewegung und neuen Eindrücken.
Old Moshi hieß vor rund 100 Jahren noch Moshi und war ein sogenanntes Chiefdom der Chagga am Kilimanjaro. Bekannt sind der Chief Mandara (Rindi) und sein Sohn Meli. Es gab weitere Chiefs am Kilimanjaro, deren Territorien durch die Täler getrennt waren. Die Chiefs waren die Verhandlungspartner für durchziehende Karawanen, Händler und ab Mitte des 19ten Jahrhunderts auch für Wissenschaftler, Abenteurer und deutsche „Kolonialritter“. Die deutsche Ostafrika-Gesellschaft hatte in Old Moshi ihren Sitz, der Forschungsreisende, Schriftsteller und windige Geselle Ehlers war ihr erster Beauftragter am Kilimanjaro. Windig ist er deshalb zu nennen, weil er behauptete, 1887 den Kilimanjaro bestiegen zu haben und kein Krater sei auf der Spitze zu sehen gewesen. Der Geologe und amtliche Erstbesteiger Hans Meyer fand 1889 den großen Reusch Krater und nannte Ehlers einen Schwindler. Mag es Ehlers nur um persönlichen Ruhm gegangen sein, so hatten die Leipziger Missionare und die deutsche Schutztruppe andere Interessen in Old Moshi. Die ersten wollten den christlichen Glauben verbreiten und missionierten und unterrichteten, die zweiten sollten die deutsche Kolonie vor den Afrikanern und anderen Kolonialmächten schützen. Sie waren darin nicht sonderlich erfolgreich, denn 1918 musste Deutschland die Kolonie an Grossbritanien abgeben. Vielleicht ist es den Missionaren zu verdanken, dass Schule in Kiswahili Shule heißt? Als ich 2004 zum ersten Mal in Old Moshi war, um die kulturelle Tour auf den Spuren der Deutschen vorzubereiten, sagte Wilson Sindato, mein Guide, dass er keinen Groll gegen die Deutschen hege, sie hätten Bildung und den christlichen Glauben gebracht. „Und dort drüben haben die Soldaten meinen Großvater aufgehängt und sein Kopf liegt in einem Museum in Deutschland!“. Dabei wies er auf einen großen Baum am Weg. Ich war sprachlos und zweifelte die Geschichte an, bis ich das interessante Buch „Eine Kopfjagd, Deutsche in Ostafrika“ von Martin Baer und Olaf Schröter gelesen hatte. Später lernte ich Iseria Meli kennen, den Enkel von Chief Meli. Er bestätigte den Tod nicht nur von Sindato und Meli, sondern einer Reihe weiterer Männer durch Erhängen an diesem Baum im Ort. Alle Körper liegen dort begraben, aber ohne Kopf. Natürlich versprach ich ihm nach den Schädeln zu suchen. Ich lernte bei der Suche eine Menge über die Kultur der Chagga, u.a. über ihre Begräbnisriten. An einem speziellen Platz in den Bergen wurden der Schädel und ein Arm abgelegt, aber nur von Toten, die Nachfahren hatten. Der Schädel blickte zum Kilimanjaro. Zuvor war der Tote ein bis zwei Jahre begraben gewesen. Ein Toter ohne Kopf machte diese Tradition unmöglich. Um in deutschen Museen suchen zu können, musste zuerst der genaue Todestag bestimmt werden. Die Familien der Gehängten waren sich nicht einig, noch nicht einmal über das Jahr. 1900 oder 1901 war in der Diskussion. Die Leipziger Missionare haben uns das genaue Datum und den Hergang in ihren Stationsberichten überliefert. Dank Pfarrer Kiesel, der in Moshi das Archiv der Mission aufgebaut hat wissen wir, dass am 2.3.1900 neunzehn Afrikaner durch die deutsche Schutztruppe gehängt wurden. Sie waren der Verschwörung gegen die Deutschen angeklagt. Das zwanzigste Jahrhundert war gerade zwei Monate alt. 105 Jahre später versammelten sich einige Familienmitglieder und ich am Grab. Wir wollen unsere Suche hier in Deutschland fortsetzen und haben schon durch den Kustos Dr. Creutz der Rudolf-Virchow-Sammlung in Berlin großartige Hilfe erhalten, sind aber noch nicht auf die gesuchten Schädel gestoßen. Nach weiteren Gesprächen ist auch klar geworden, dass nur Chief Meli enthauptet wurde.

Eine Tour nach Old Moshi wollen wir erst anbieten, wenn mehr Informationen über den Verbleib der Schädel verfügbar sind.
Wir nutzen hiermit das Internet, um unsere Suche zu publizieren und um Hilfe zu bitten.